ACHTUNG endlich mal ein neuer Eintragaus dem eiskalten Kanada, zur Zeit sitze ich noch bei warmen 20°C in meinem Zimmer, im freien sind heute 40 K weniger. Also schnell nachgerechnet -20°C und anfühlen soll es sichh wie -30°C
na da kann keiner mehr mithalten oder?
so und nun endlich die Weihnachts- und Silvestererlebnisse.
Die letzte Woche vor Weihnachten gestaltete sich dann auch sehr ruhig, wenig Arbeit und ganz viele Christmas Partys, Schlittschuh laufen und Schnee schippen.
Am 23. Dezember war ab Mittag fast keiner mehr im CCRS anzutreffen und alle wünschten uns schon mal ein gesundes neues Jahr, denn an die Feiertage werden gleich noch drei Tage Urlaub gehängt und dann ist auch schon neues Jahr. Was zu den Feiertagen hier in Kanada noch zu erwähnen ist, wäre das, wenn ein Feiertag auf einen Tag im Wochenende fällt dann wird der in der Woche nachgefeiert. Das heißt also wir hatten den 24 weil Samstag, den 25 weil Sonntag und Feiertag, den 26 Boxing Day und den 27 nachgefeierter Feiertag frei.
Ganz schön komplizierter Satz, aber die Reglung mit den Feiertagen sollte in Deutschland auch eingeführt werden, die Kanadier haben dafür aber nicht soviele Urlaubstage wie die Deutschen. Ich glaube gerade mal 15 Tage plus 6 Krankheitstage, die freien Tage sind schon gerechtfertigt und wir haben davon profietiert.
Der Weihnachtsabend hat ein wenig stressig wie in Deutschland ja auch immer begonnen, letzte Einkäufe….und dann ging es nach Ottawa zum Krippenspiel in die deutsche Gemeinde. Zuvor konnte ich aber erst noch den Weihnachtsmann in St.Egidien und das Rascheln des Geschenkpapieres über das Telefon mitbekommen. Die Kirche zum Krippenspiel war brechend voll, fast schon wie zu Hause und die Kinder konnten es gar nicht erwarten endlich nach Hause zu kommen, um den festlich geschmückten Weihnachtsbaum zu sehen und die Geschenke in Empfang zu nehmen.
Auf die Geschenke sollte ich verzichten und einen Weihnachtsbaum auch. Denn die Pakete aus der Heimat sind nun einen Monat danach immer noch nicht da. Ich denke die Post hat viel Freude an den tollen Sachen die da drin sind.
Besonders komisch war, dass mich nach dem Krippenspiel immer noch ein fast blauer Himmel anstrahlte und noch keine Dunkelheit zu sehen war, aber eine halbe Stunde später in Chelsea umhüllte mich dann die Nacht und im Schnee habe ich dann mit Stefan einen wunderschönen Weihnachtsschneemann gebaut. Er ist der erste und wohl auch letzte für unseren Kanadaaufenthalt, denn die Witterungsbedingungen vor Weihnachten hatten einen zu kalten Schnee zur Folge (einfach gesagt Pulverschnee). Der Regen über Weihnachten schuf dann aber die besten Bedingungen für nassen Schnee und nach einer halben Stunde Bauzeit war er fertig. Mit Kerze und Weihnachtsmütze geschmückt war er dann bereit für das Fotoshoting. Zur Kerze kann ich nur sagen, die hat die ganze Nacht hindurch gebrannt und unseren Garten in ein weihnachtliches Licht getaucht.
Am ersten Weihnachtsfeiertag gab es erstmal ein gemütliches Frühstück mit Blick auf den das Haus umringenden Wald. Durch die vielen Glasfenster in Thierrys Haus fühlte ich mich schon fast wie in der freien Natur, nur die Wärme ließ mich daran zweifeln.
Denn ganzen Tag im Haus zubringen ist auch nicht das richtige deshalb haben wir uns dann noch für einen Spaziergang mit Caroli im Gatineau Park entschieden. Mit warmen Tee und Plätzchen haben wir sogar noch das Kaffeetrinken am verschneiten Lake Meech verbracht.
Den Boxing Day haben wir mit einem Einkaufsbummel ausgestaltet. Dazu gibt es viel zu berichten, aber erst einmal zu den Einkäufen. Stefan wollte Schlittschuh kaufen, also haben wir uns auf dem Weg zu einem Einkaufszentrum gemacht. Ich wusste schon dass dieser Tag von vielen Kanadiern genutzt wird um einkaufen zu gehen. Aber so viele Menschen habe ich wirklich nicht erwartet, die standen sogar Schlange um in die Geschäfte hineinzukommen. Die Geschäfte waren teilweise ganz verschlossen und durch einen Securityboy wurden dann kontrolliert die Einkaufbegeisterten in den Laden gelassen. Auf dem Weg zum Shoppingcenter haben wir noch unsere Lebensmittel aufgestockt und an der Kasse stellte ich fest, das mein Portemonnaie nicht dort war wo es sein sollte.
Also vermutete ich dass es wohl noch bei Thierry liegen müsste, bezahlt hat dann erst einmal Stefan. Nach dem erfolgreichen Einkauf mit Schlittschuhen und noch ein paar kleinen Dingen, ging ich dann gleich auf die Suche nach meinem verschwundenen Portemonnaie. Aber nachdem ich Thierrys Haus nach allen möglichen Werstecken abgesucht hatte, war immer noch keine Spur davon. Das hieß noch einmal genau überlegen was wohl damit passiert sein könnte. Ein Dieb kann es nicht gewesen sein, denn soweit ich mich erinnerte hat mich niemand angestoßen und FOOD BASICS war fast menschenleer die waren wahrscheinlich alle ihre Weihnachtsgeschenke umtauschen. So kam mir dann in denn Sinn, dass ich das Ding doch kurz vor der Kasse noch in der Hand hatte und dann beim Bezahlen war es plötzlich weg. Also die einzige Möglichkeit ob es wirklich noch irgendwo an der Kasse herum liegen könnte, war zurück nach Ottawa fahren und nachfragen. Auf der Fahrt machte ich mir schon einmal ein paar Gedanken,
was alles zusperren und neu zu beantragen wäre. Denn Ausweis, Führerschein Kredit- und Geldkarte im Ausland verlieren, macht schon einige Probleme. Ganz zerstreut und unsicher bin ich dann aus dem Auto gestiegen, noch einmal den Markt abgelaufen ob es vielleicht nicht doch irgendwo herum liegt, aber keine Spur. Die einzige Chance war jetzt nur noch die Kasse und eine kurze Frage ob vielleicht ein grünes Portemonnaie gefunden worden sei, ließ meine Augen aufleuchten. Zwei Sekunden hatte ich es wieder in meiner Hand. Seit diesem Ereignis sind alle nicht so wichtigen aus meinem Portemonnaie verbannt und ich bewahre es lieber gleich in meiner Jacke auf. An diesem Tag habe ich gleich noch einmal Weihnachten erlebt und mir selbst das schönste Geschenk gemacht und mir ganz viel Stress erspart.
Die Tage bis Silvester haben wir mit Touren in die nähere Umgebung von Chelsea in Richtung Norden gefüllt. Nach einer langen Schneewanderung bei super schönem Sonnenschein entlang einer Eisenbahnstrecke hatten wir dann endlich auch mal ein Problem mit Thierrys Auto. Während unserer zwei stündigen Wanderung, auch auf dem zugefroren Gatineau River, hatten wir genug Möglichkeiten für schöne Fotomotive,
aber auch die Autobatterie hatte genug Zeit sich zu entladen. Da das Standlicht noch an war wollte der Motor einfach nicht mehr starten.
Alle Versuche blieben ohne Erfolg, die Eisenbahnstrecke geht aber auch nicht gerade durch ein sehr bewohntes Gebiet und die Straße lag auch fünf Minuten Fußweg entfernt von unserem Parkplatz. So machte sich Stefan dann auf um Hilfe zu holen und wie durch ein Wunder kam dann auch ein Ehepaar angefahren, das die Beschaffenheit der Eisenbahnstrecke zum Langlauf testen wollte. Mit ihrer Hilfe und der des Autoexperten, den wir dann noch holen mussten, sprang dann der Mazda nach einer Stunde warten endlich an. Ich war in zwischen ganz durchgefroren und Caroli hat es sich, zu Hause angekommen auch nur noch, vor dem Kamin gemütlich gemacht.
Anderer Tag und neuer Versuch mit dem Auto, diesmal aber mit der Absicht ohne fremde Starthilfe wieder zu Hause anzukommen. Zwecks der noch angenehmen Temperaturen ließen wir uns das „Ski wachsen“ von einem sehr netten Nachbar zeigen und mit den Brettern und Caroli ging es dann noch einmal zur Eisenbahnstrecke zum Langlauf. Bis zum Sonnenuntergang haben schon ein paar Kilometer geschafft, was aber auf einer geraden Strecke ohne Anstiege kein Problem war. Am Freitag haben wir uns dann noch in den Ort mit der Endstation der Eisenbahnstrecke begeben. In Wakefield einem wirklich sehr schönen Ort kam ich mir wie in einem alten Film vor. Die Häuser nur entlang des Flusses gebaut und in vielen bunten Farben hinterließen bei mir ein sehr schönes Bild vom Einklang von Natur und Kultur.
In einem Geschäft für indianische Kunst haben wir dann über eine halbe Stunde einiges zur Geschichte von Wakefield und den Indianern gehört. Dass wir Ausländer sind hat Nathalie sofort an unserer Sprache gehört und wie der Zufall es wollte lebt ihr Bruder seit ein paar Jahren in Halle. Mit vielen neuen Erkenntnissen und einem kleinen Geschenk haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht. Nathalie hat uns noch mit einer Karte von Wakefield ausgestattet, wie sich das für Kartographen Gehört haben wir diese natürlich ganz genau angeschaut
und bei der Suche viel mir doch eine Straße auf die mit Karen bezeichnet war.
Bevor wir also zurück nach Chelsea gefahren sind, mussten wir erst noch diese Straße finden und auf einem Foto festhalten. Wieder in Thierrys Haus dauerte es dann auch gar nicht mehr lange, bis Thierry braungebrannt zurückkam.
Nach dem Abendessen stellte sich dann heraus, dass er keine Lust mehr hatte uns nach Ottawa zu fahren und so konnten wir uns darauf einigen sein Auto noch über das Wochenende behalten zu können. Was uns natürlich ganz gelegen kam denn mit Auto ist man doch unabhängiger und kann anhalten wo man will.
So nutzten wir die Chance und fuhren ein Stück im Tal des Mississippi entlang, war aber leider nicht so groß wie der in den States. Mit ein paar Zwischenstopps in den angrenzenden größeren Städten neigten sich der Tag und damit auch das Jahr langsam dem Ende entgegen. Auf kilometerlangen geraden Straßen muss man sich schon ganz schön konzentrieren, dass man nicht einschläft.
New years eve waren wir dann bei Enrique, dem anderen Arbeitskollegen, eingeladen. Nach vielen Fotos anschauen, knurrte mein Magen schon ganz schön und wartete langsam auf den angekündigten Truthahn. Dessen Duft dann aber auch ganz schnell in meine Nase stieg, beim Essen verging die Zeit ganz schön schnell und so hatten wir gerade noch genug Zeit den deutschen Sekt aus dem Kühlschrank zu nehmen und ein wenig temperieren zu lassen. Bis es dann hieß 9 8 7 6 5 4 3 2 1 happy new year.
Da es für mich Tradition ist das neue Jahr nun im Freien zu beginnen, ging es dann ganz schnell nach draußen mit dickem Schal, Handschuhen und Mütze, denn -18°C war schon ganz schön kalt. Das Sektglas hat natürlich auch nicht gefehlt, was aber fehlte waren die Raketen. Im freien begegneten mir ein paar Jugendliche, die aber keinen Ton sich gaben. So begann mein Jahr 2006 ganz in Stille. Aber ein paar Raketen aus Deutschland habe ich doch über die Telefonleitung gehört und so zog sich der Jahreswechsel über sechs Stunden hin auch nicht schlecht, das hat man nicht jedes Jahr.
Der Regen vor dem Jahreswechsel hatte alle Wege und vor allem die in den abgelegenen Gebieten in einzige Eisbahnen verwandelt. Wir wollte aber einen Ausflug in den Grünen Gürtel von Ottawa machen und ließen uns von diesem Problem erst einmal nicht beeindrucken, bis ich dann das erste Mal auf den Knien lag. Mit vorsichtigen Schritten haben wir dann aber die Runde durch das Mer Bleu, ein Torfmoor von internationaler Bedeutung. Mitten in dem Moor zwischen ein paar vereinzelten Birken kam ich mit vor wie in Herr der Ringe(die Rückkehr des Königs).
Den letzten Tag mit dem Auto nutzten wir um den Rideau River/Kanal ein Stück entlang zu fahren. Das Ziel und der Höhepunkt dieses Tages war die Schokoladenfabrik in Smith Falls. In Hershey Chocolate hatten wir die Möglichkeit von einer Aussichtsetage auf die Maschinen zuschauen, leider wurde da noch nicht viel gefertigt da der erste Januar am Monatag natürlich, als Feiertag noch, nachgefeiert werden muss
, das hieß wir mussten uns mit ein paar Filmen begnügen. Bei der weiteren Besichtigung des Ortes statteten wir noch dem Rideau Canal Museum, Heritage House Museum und dem Smiths Falls Railway Museum einen Besuch ab,
(bei einem Blick durchs Gitter haben wir aber doch noch etwas gesehen) die wir leider alle nur von außen gesehen haben. Die beginnen ihren Betrieb erst im Frühling oder Mitte Januar, wir waren eben einfach zu früh da gewesen, aber wir haben trotzdem viel gesehen.
Unsere Ferien endeten dann mit einer Stunde Schlittschuh laufen auf einem der zahlreichen Skating Rinks. Da hat man die Möglichkeit seine Schuhe im Warmen zu wechseln und dann kann es losgehen mit dem skaten und alles kostenlos.
So nun hat uns die Arbeit wieder eingeholt und wir können das schöne Sonnenscheinwetter nur aus dem Bürofenster genießen, der nächste Eintrag folgt, genauso wie die Fotos.
Eine schöne Woche euch allen da draußen in der weiten Welt.
Karen
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michi (17.1.06 08:43) servus, da war ja ne menge los. anders als in deutschland aber bestimmt auch schön! Mit deinem Portmonaie haste ja nochmal glück gehabt. Ich kenne solche situationen auch, aber bis jetz hab ichs immer wieder gefunden! Mit deinen Geschenken ist ja blöd. Aber war den das Packet versichert? da müsstets du doch was von der Post erstattet bekommen! naja, dumm gelaufen. Auf jeden fall noch viel spaß im eisland und gruß an stefan!Vielleicht klappts ja wieder mal mit icq? michi |
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Mario (18.1.06 23:42) jaja die kilometerlangen Strassen, da koennt ihr aber sicher nicht mit australien mithalten, die laengste gerade ist da 142km lang ...aber auch sonst gehts locker auf die 10km!
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Bibi (23.1.06 01:52) Sagt mal, was steht denn da auf der Lock? ... Pacific? Sieht ja fast aus wie Indian Pacific...aber der faehrt doch bei mir, wie kommt der denn zu euch? |