Kanada

Tschüß Kanada

Nach fast zwei Monaten Funkstille nun doch mal wieder ein Eintrag.
Ich sitze gerade über ein par Belegen und höre kanadische Musik und da erinnere ich mich doch daran, dass ich schon lange mal noch einen Text zu unseren letzten Wochen in Kanada verfassen wollte.
Ich fange einfach mal bei den Wetterbedingungen der letzten Wochen in Kanada an.... Anfang Februar schien der Winter wirklich vorbei zu sein und an Eislaufen auf dem Kanal war auch nicht zu denken. Das Winterfestival Winterlude lud vom 4.Februar bis 19.Februar zu so einigen Aktionen ein. So machten wir uns am ersten Februarwochenende zu den nicht gestrichenen Veranstaltungen auf. In einem kleinen Park hatten wir die Möglichkeit den kreativen Händen einiger Künstler, denen die sich bei dem warmen Wetter trauten, beim Entwerfen von Eisskulpturen zu zusehen. Es ist wirklich toll was die so fabrizieren, nur schade das die beim schleifen und schneiden gar nicht so schnell hinterher kamen wie das Eis geschmolzen ist. Das viele Wasser verwandelte den Park in eine große Seenlandschaft durch die man am besten mit Gummistiefeln gegangen wäre, es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht.
Ein Besuch in Museum of Civilisation rundete das Wochenende dann noch ab. In einem so tollen Museum bin ich noch nicht gewesen. Der Nachbau der vereinzelten Gebäude ermöglichte eine kleine Zeitreise in Kanadas Vergangenheit.

Unser letztes Wochenende in Kanada gestaltete sich dann wettermäßig umso besser. Bei ungefähr minus 10 Grad, blauem Himmel und Sonnenschein ließen wir es uns nicht nehmen noch einmal das Eis auf dem Rideau Canal zu testen. Viele Menschen hatten die gleiche Idee wie wir aber auf den 7,3 km tritt sich keine auf die Füße. Da die Qualität des Eises so toll war und es genug auf den Eisflächen zu sehen gab, haben wir es doch glatt drei Stunden auf den Schlittschuhen ausgehalten und ich hatte nicht mal irgendwelche Schmerzen, die bei mir sonst nach einer Stunde zur Erscheinung kamen . Neben Pferdekutschen, kleinen Zügen und einem Polizeiauto auf dem Eis gab es sogar eine Galerie von gemalten Kunstwerken auf dem Eis. Das ganze Leben der Stadt schien sich an diesem Wochenende von Downtown auf den Kanal verlagert zu haben.
Am Abend hatte uns dann Les noch in ein Steakhaus eingeladen. Mit mexikanischem Bier und Tachos gab es schon mal eine sehr leckere Vorlage und das Hauptgericht hat dann alles übertroffen. Ein super leckeres Steak und als Dessert noch ein Eis – ich war fast vorm Platzen- und die Atmosphäre im Lonely Star hat den Abend noch ein i-Tüpfelchen aufgedrückt.

Die letzten Tage im CCRS verbrachten wir mit der Korrektur unserer Präsentation und Aufräumen. Am letzten Tag vor dem Abflug hieß es dann Abschied nehmen von Ottawa und die letzten Souvenirs einzukaufen, ach genau wir haben dann auch noch einige schon angeschmolzene Schneeskulpturen und ein Schneelabyrinth besucht.
Am Abend versucht ich dann all mein Gerümpel von Hosen über Pullover bis Dekoration wieder in meine Taschen zu quetschen, was dann nach dem zweiten Versuch auch mit Erfolg gelang.
Mein Zimmer war nun wieder kahl und mir wurde immer deutlicher das die Zeit in schönen Kanada nun ganz schön dem Ende entgegen ging. Am nächsten Morgen stellte ich dann mit erschrecken fest das es ganz schön viel Schnee über Nacht gegeben hatte und es sah auch nicht so aus, als würden die Wolken sofort verschwinden, meine erster Gedanke war, da verabschiedet sich Kanada ja von der besten Seite. Ich musste natürlich noch eine Busfahrt durch die verschneiten Straßen machen und da ist es nicht anders als in Deutschland oder Europa , wenn die Straßen dicht sind, geht es nur halb so schnell und Geduld war gefordert, die sollte ich dann noch des Öfteren an diesem Tag brauchen. Aber um zwei war ich wieder da und dann ging es mit all den Taschen zum Busterminal und dann Richtung Montreal. Der Greyhound Bus ist nicht gerade den Witterungsbedingungen entsprechend gefahren und ich sah mich schon im Graben liegen, aber es ist ja zum Glück alles gut gegangen. Der Bus reihte sich dann in irgendeine Parklücke ein und lud all die Flugbegeisterten aus. Wenn ich jetzt noch einmal darüber nachdenke sind mir da dann die letzten kanadischen Schneeflocken auf `s Gesicht gefallen *Schluchz*.
Am Check-inn Schalter erfuhren wir erstmal das wir viel zu viel Handgepäck hatten, was uns dann die nette Dame aber nicht kostenpflichtig angerechnet hat, da hatten wir mal wieder Glück gehabt und das mit dem Aschecken in Prag konnten wir auch klären, was wollten wir also mehr. Einen großen Hacken hatte die Schneeaktion aber dann doch denn unser Flugzeug kam aus Toronto und sammelte in Montreal die restlichen Fluggäste noch auf und ja der Hacken Startverzögerung in Toronto. Das hieß schon mal eine Stunde Verspätung und Warten, wait, attendre lieber Fluggast.
Wir ließen uns davon erst einmal nicht beirren und passierten die Sicherheitskontrolle ohne das wir irgend etwas zurücklassen mussten. Dann begaben wir uns zu unserem Gate, zuvor erst noch schnell was gegessen und durch den duty-free laden gebummelt. Dann die tolle oder doch nicht so tolle Überraschung die Abflugzeit verschob sich noch einmal um eine halbe Stunde. Wenig später mussten wir das Gate wechseln.... wenn ich mich richtig erinnere haben wir in den dreieinhalb Stunden Verspätung dreimal das Gate gewechselt, aber zum Glück gab es noch viele andere denen es genau so ging. Dann meldete sich endlich einen Stimme, es war inzwischen 23.30 Uhr, das wir uns doch bereit machen können. In einem kabinenähnlichen Bus wurden wir dann zum Flugzeug gefahren, der Manager der Airline erklärte dann auch den Grund der langen Warterei. Eisregen, vereiste Startbahnen und weitere Witterungsprobleme machten den Start in Toronto einfach nicht möglich, dafür hatten dann die Flughafen Räumdienst in Montreal gute Arbeit geleistet und das Flugzeug konnte mit fast vierstündiger Verspätung Richtung Europa starten.
So haben wir an unserem letzten Tag in Kanada so richtig viel erlebt und auch noch mal so einen richtigen Schneesturm mitbekommen. Übermüdet aber satt bin ich dann aus dem Flugzeug gestiegen, mit all den Gepäckstücken, ohne Verluste man weiß ja nie bei den Tschechen , wurden wir dann von Stefans Eltern empfangen. Zu Hause erwarteten mich dann zwei Schneemänner mit einer deutschen und einer kanadischen Fahne, zur Völkerverständigung eben und so habe ich auch ganz schnell den Weg zurück gefunden.

Und jetzt ist die freie Zeit auch fast schon woeder rum und der Studierstreß geht wieder los, aber ein klein wenig freue ich michauch schon wieder auf unsere ganzen Profs und Dozenten und natürlich meine lieben Kommilitonen
dann genießt mal die letzten freien Tage.....Karen

28.3.06 11:54

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